Of gods and men

"..they will stumble.. they will fall... but at the end they will join you, in the sun."

Grant Morrison schrieb einmal das Superhelden von heute die Götter von damals seien. überlebensgroße Ideen die uns den Weg in die Zukunft weisen, zeigen was wir einst sein werden, Feuer der Inspiration aus der Asche des antiken Olymp.

Sie seien fünfdimensionale Wesen die mit uns durch die Seiten eines Comic Buchs kommunizieren, unsere Gedanken lesen wie wir die Sprechblasen auf dem Papier vor uns, und mit uns - durch uns Einfluss auf den Verlauf unserer Welt nehmen.

Und ich finde diesen Gedanken faszinierend, und fantastisch und irgendwie majestätisch. Ein jeder von euch der schon mal Theatererfahrung gesammelt hat oder Cosplay praktiziert hat, wird die Erfahrung gemacht haben dass diese Charaktere oft ein Eigenleben entwickeln können. Du verkleidest dich, setzt eine Maske auf, und plötzlich ist es so als würde ein Teil dieser Welt in dir durch dich lebendig.

Für einen kurzen Moment werden wir zu Gefäßen durch die diese Wesen in unsere Welt gelangen. Wesen von der anderen Seite, pure Geschöpfe der Imagination und Vorstellung, die uns in ihren Bann ziehen und uns ahnen lassen dass da vielleicht doch mehr ist.

Denn vielleicht sind wir nichts anderes als Charaktere in einer unglaublich komplexen Geschichte, gelesen von einem Mann der auf Wolken sitzt und dabei liebevoll lächelt.

22. April 2018

"All it takes is one bad day"

Schon mal darüber nachgedacht wie oft der Dritte Weltkrieg fast ausgelouml;st wurde weil ein Schwarm Gänse auf nem Radarschirm aufleuchtete? Einen Tag gehabt an dem ihr nachdenkt, und ich mein wirklich nachdenkt und zu dem Ergebnis kommt dass wir alle verdammte Wahnsinnige auf freiem Fuß sind? Das ne Orange im weißen Haus sitzt und die Welt jeden Moment in nen atomaren Nudelhaufen verwandeln kouml;nnte? Das Nudeln mit Orangen gar nicht harmonieren und das Spaghettimonster auf Twitter mit Gott Karten spielt?

Willkommen zu "The Killing Joke".

Ja, die Welt is ein Trauerspiel, ein schlechter Scherz und kann brave Mitbürger in manisch lachende Clowns mit grünem Haar verwandeln. Zumindest wenn man von ner mannshohen Fledermaus in nen Tank giftiger Chemikalien geworfen wird.

Und was einen nicht umbringt, meinte schon ein anderer Clown, macht einen bloß seltsamer. Seltsamerweise macht besagter Clown in diesem Meisterwerk der Comicliteratur aber auch verdammt viel Sinn.

Alan Moore erzählt uns hier die Geschichte der Geburt des Jokers, und macht seine Sache dabei so gut dass wir am Ende der grandios gezeichneten Seiten nicht nur den traurigen Clown sondern auch den Menschen unter der Maske erahnen kouml;nnen.

Denn am Ende eines wirklich schlechten Tages bleiben uns allen nur zwei Mouml;glichkeiten, entweder lässt man sich fallen und geht im Wahnsinn manisch lachend auf, oder man kämpft ein Leben lang dagegen an, zur Not als mannshohe Fledermaus.

Jeder hat mit Dämonen zu kämpfen, und ein jeder unter uns geht ein wenig anders mit ihnen um. Würd ich mich den meinen hingeben, hättet ihr vielleicht ne verdammt unterhaltsame Review zu lesen die euch die Verlockungen des süßen Wahnsinns näher bringen würde, aber ich würd dafür sabbernd in nem Bett gefesselt den Hasen im Mond anheulen.

Was „The Killing Joke“ auszeichnet ist diese Gratwanderung zwischen kompletten Wahnsinn und einem Punkt von dem man grad noch abspringen kann. Im Vergleich zu Grant Morrisons „Arkham Asylum“ saugt er dich nicht ein und spuckt dich als psychisches Wrack wieder aus, sondern zeigt dir dass auch wenn die Welt ein Narrenhaus ist, wir selbst ihr Sinn geben kouml;nnen.

Die einen vertiefen sich in ihre Arbeit, die anderen halten sich an Prinzipien - wieder andere glauben trotz all unserer Fehler an das Gute in uns.

Setzen sich mit uns in den Regen und bieten uns ihre Hilfe an, während wir ihnen vor lauter Verzweiflung bloß einen Witz anbieten kouml;nnen. Der mag oft nicht besonders lustig sein, aber vielleicht ist grad das die Pointe.

In einem verrückten Leben, an nassen Pfützen stehend erkennend, dass wir uns am Ende des Tages gar nicht so unähnlich sind.

Und dass das alles in allem, doch verdammt komisch is ;)

Das Straußeneinugget

Wir schreiben das Jahr 1877.

Der letzte aus dem Clan der Ducks wandert durch die Straßen Glasgows. In seiner Hand ein einfacher Schuhputzkasten und vor ihm sein erster Kunde. Der Dreck klebt an seinen Schuhen wie es nur die Hochmoore und Sümpfe Schottlands vermögen, und der Junge Erpel macht sich daran die Grundlage seines Vermögens zu legen. Sein Lohn? Ein gewisser Zehner.

Doch die Münze ist amerikanisch. Wertlos. Seine Bestimmung flackert auf wie später die Nordlichter über White Agony Creek. Er wird härter werden als die Härtesten und schlauer als die Schlauesten, und er wird es auf ehrliche Art bis ganz nach oben schaffen.

Und das wird er.

"Dagobert Duck, sein Leben seine Milliarden" erzählt nicht nur die Geschichte der reichsten Ente dieser Welt, nein Don Rosa zeichnet hier sein Lebenswerk und das mit solcher Begeisterung und Leidenschaft dass diese Geschichte selbst zu einer Legende wurde.

Den kleinen Bertel auf seiner Reise als Erbe der Duckenburgh von Glasgow über die schlammigen Wasser des mächtigen Mississippi, über seinen Aufenthalt in Windy City bis zu jener prächtigen Nacht unter den Himmeln des White Agony Creek zu begleiten lässt das Herz vor Freude und Emotion fast übergehen.

Denn dort, unter den Nordlichtern des Yukon soll es sich begeben dass aus diesem fleißigsten der Fleißigen und gerissenstem der Gerissenen die Ente wird die wir heute so kennen und lieben.

An einem Claim im Yukon Territory im Land der Mitternachtssonne, einem Land mit hohen verschneiten Berggipfeln voller Schönheit und Einsamkeit findet der junge Dagobert nämlich das leuchten seiner Augen und den Klang seines Herzens. Seinen wertvollsten Besitz.

Ist es der Geldspeicher? Sein legendäres Straußeneinugget, oder seine berühmte Nummer eins? Vielleicht die Duckenburgh in seiner Heimat Schottland?

Nein.

Wir schreiben das Jahr 1887.

Der Stern des Nordens leuchtet.

Und Dagobert lächelt.

Doomsday Clock

"Yo Dog, we heard you like Comics, so we put a Comic about Comics into a Comic about superheroes. And it’s pretty fucking lit."

Es gibt da diese Uhr. Wurde zum Höhepunkt des kalten Krieges in Betrieb genommen. Zeigt wie viel Zeit uns noch bleibt. Bis zur absoluten Vernichtung. Witz ist; uns bleiben noch zwei Minuten.

Welt steht noch. Hätte untergehen sollen als paar Tauben das erste Mal roten Alarm auf nem Radar auslösten. Man sagt Zeit vergehe kurz vor Tod langsamer. Bis alles still steht. Und Uhr zwölf schlägt.

Wir haben tatsächlich so ne Uhr. Ein paar Wissenschaftler hatten nen schrägen Sinn für Humor und das Teil ins Leben gerufen. Steht allerdings schon seit Jahrzehnten kurz vor Mitternacht.

Zumindest bis jetzt.

Es gibt in Comics diese berühmte vierte Wand. Diese imaginäre Trennlinie zwischen den Charakteren und deren Lesern. Zwischen der Welt über die wir lesen und der unsrigen.

Watchmen hat die damals schon ziemlich auf die Probe gestellt. Es gab darin diesen jungen Comic Leser der einen Piratencomic liest während halb New York in Trümmer gesprengt wird. Mitsamt besagtem Leser dieser Parabel über Watchmen. Und in logischer Weiterfolge beinahe der Welt der Leser von Watchmen. Es war eine Parabel über den Untergang der Welt. Unserer Welt. Und wir sollten live dabei sein. Unfähig und tatenlos gegenüber unserer eigenen Vernichtung.

Alan Moore wird nicht umsonst als Großmeister der schwarzen Magie betitelt. Es war ein Kommentar über den Zustand unserer Welt. Und damals bis heute ein nicht besonders wohlwollender.

Watchmen machte die Welt der Comics ein wenig düsterer. Hoffnungsloser. Und er zeigte die Menschheit von ihrer schlechtesten Seite. Alan Moore hielt uns den Spiegel vor, verzerrte ihn ein wenig und lachte sich dabei vermutlich ins Fäustchen. Die Welt der bunten Bilder hat das bis heute auszubaden.

Wenn man an die Magie von Comics glaubt, könnte man Geoff Johns wohl als den eigentlichen Helden dieser Geschichte betiteln. Wie der alte Zauberer aus Fantasia der die Welt wieder ins Lot bringt, nachdem Mickey sie ins Chaos stürzen lässt.

Und bei Gott; wünschen wir ihm verdammt viel Glück dabei.

Doomsday Clock mag noch in vollem Gang sein, und braucht laut neuesten Berichten etwas länger um vollendet zu werden, aber er ist mit Abstand der wichtigste Comic der letzten Jahre.

Er ist nicht nur Spiegel oder Kommentar zu einer Welt in ihren letzten Atemzügen, sondern fühlt sich an wie ein Portal zwischen unseren Welten. Fast so als würden die Charaktere während wir über sie lesen sich bewusst werden, gelesen zu werden und gleichzeitig anfangen uns die Leser zu lesen als wären wir der Comic ihrer Welt.

Denn mir vorzustellen dass da draussen Batman unsere Geschichte in Form eines Comics liest, während wir ihm von der anderen Seite der Seite dabei zusehen sprengt mein Gehirn in ner Art und Weise die anfängt mir Hoffnung zu geben.

Denn am Ende des Tages sind wir nicht nur Marionetten die ihre Fäden sehen, sondern Menschen in einer Welt die trotz aller Chancen auf komplette Vernichtung noch steht. Und vielleicht ist das der größere Witz.

Bevor uns die Welt um die Ohren fliegt wollen wir alle etwas mehr wie Superman sein, und etwas weniger wie Doktor Manhattan.

Die nächste Ausgabe erscheint in wenigen Tagen und vielleicht schaut ihr rein, während wir über unseren eigenen Untergang lesen. Denn es schaut momentan mehr nach einer glorreichen Wiedergeburt aus. Und wer weiß; vielleicht erwartet uns am Ende tatsächlich ein großer strahlender Smiley...

Uns bleiben schließlich noch zwei Minuten.

:-)

The goddamn Batman

Es gibt Comics die schmecken wie Whiskey in einer Bar, genossen in dicken Rauchschwaden die deinen Körper einhüllen wie ein dunkles Cape.

Frank Miller und Jim Lee jeweils verantwortlich für die düsteren Monologe und die atemberaubenden Bilder zeigen uns in "All Star Batman und Robin" einen dunklen Ritter dem man das Testosteron bereits am Cover anriecht.

Und das sag ich nicht nur so dahin. Nach dem lesen wird euer Bart drei Tage länger sein, die Mädels werden auf Häuserdächern über euch herfallen und eure Stimme fünf Oktaven tiefer nach Rauch klingen.

Stellt es euch Zach Snyders Lagerhallen-Kampf in BvS gemischt mit Clint Eastwoods Grinsen in eine Handvoll Dollar inszeniert von Quentin Tarantino vor.

Und voilà; habt ihr einen Batman wie ihr ihn euch schon immer haben wolltet ohne zu wissen es zu wollen.

Denn wenn unsere dunkle Fledermaus mal breit grinsend durch ne Horde Cops brettert, in seinem Batmobil den jungen Boy Wonder der gerade seine Eltern verloren hat entführt und dabei unseren Pfadfinder aus Kansas zur Schnecke macht, erinnert das ganze tatsächlich an nen guten Tarantino Film.

Den schaut man sich nicht unbedingt wegen der Story an, die leider recht unfertig wirkt, sondern aufgrund der unvergleichlichen Atmosphäre.

Er erinnert tatsächlich an ein gutes Glas Whiskey genossen mit ner noch besseren Zigarre in deiner Lieblingsbar kurz vor Sperrstunde.

Intensiv, hinterlässt Eindruck und vorbei bevor es zu gut wird.

Die letzten Tage einer Legende

"Superhelden sind die Götter von damals im Gewand von heute."

Es gibt da diese alte Geschichte über ein neugieriges Mädchen dass ein Geschenk der Götter mit auf den Weg bekam. Ihr wurde gesagt dass sie dieses Geschenk zwar behalten dürfe, aber niemals öffnen. Alle Plagen der Menschheit seien darin.

Wie es eine gute Geschichte nunmal verlangt öffnete die junge Frau die Büchse die ihr anvertraut wurde nach sehr kurzer Zeit, und heraus strömte alles Böse dieser Welt. Nur die Hoffnung blieb zurück. Klein und unbedeutend, und sicher verwahrt in der Büchse der Pandora.

Es war die Zeit der Helden und Götter. Geschichten die durch die äonen weitergereicht wurden um als Legenden zu überdauern.

Die Legende um die es heute geht reicht noch nicht lange zurück. Sie handelt von einem Mann von Morgen, einem Mann aus Stahl - eines Gottes in blau der (möchte man der Legende glauben) zum größten Helden werden wird den unsere Welt je kannte.

Sie führt uns auf die Oberfläche der Sonne, durch alternative Realitäten, Wunder der modernen Wissenschaft und Einblicke in die Zukunft, und fliegt den ganzen Weg wieder zurück.

Und sie macht das ganze mit nem Zauber und Herz der einen von der ersten bis letzten Seite packt und noch lang danach nicht mehr loslässt.

Doch es gibt eine Szene die besonders in Erinnerung bleibt.

Eine junge Frau steht auf einem Hochhaus. Vor ihr der Abgrund. Sie will gerade springen als Superman ihr auf die Schulter greift. "Es ist nie so schlimm wie es scheint", meint der Mann aus Stahl zu dem verzweifelten Teenager. Worauf sich diese mit Tränen in den Augen umdreht und den Mann von Morgen in die Arme schließt.

...

Und plötzlich scheint sich die Geschichte zu bewegen, die Jahrtausende fliegen an uns vorbei und vor uns steht dieses kleine bisschen Hoffnung dass sich im Laufe der Generationen zu diesem überlebensgroßen Symbol mit dem "S" auf der Brust entwickelt hat.

Vor uns erstrecken sich Kämpfe die die Grenzen der Fantasie sprengen, sprechende Sonnen und gesammelte Wunder in einer Festung der Einsamkeit - weit entfernt am Ende der Welt.

Fantasie die Gestalt annimmt und eine optimistische Wärme ausstrahlt die weit durch die Seiten in die reale Welt reicht.

Denn hier ist Superman nicht nur ein Comic Charakter. Er ist die Personifikation der besten Eigenschaften der Menschheit eingepackt in eine Geschichte der Welt von morgen.

Ein Leuchtfeuer der Hoffnung. Das vor langer Zeit in einer kleinen Büchse begann, und bis heute brennt.

Es ist die Geschichte der letzten Tage einer Legende.

Und ein verdammt guter Comic noch dazu.

The Dark Knight Returns

Die Zeit ist reif.

Du weißt es in deiner Seele.

Denn ich bin deine Seele.

Ein Funke wird zur Flamme - ich lodere auf,
heiß und schnell und wild und schön -
du hältst mich nicht auf - weder mit Wein,
noch mit Schwüren ... noch des Alters Last.

Und doch versuchst du es noch immer...

Gotham. Eine heiße Sommernacht. Die Luft wabert langsam über die zermürbte Stadt. Sie steht still. Und erinnert sich. Ein Sturm zieht auf. Wie der Zorn Gottes ist er unterwegs nach Gotham.

Die Luft donnert. Eine Hand bricht durch das Fenster. Und zieht die Gestalt davor zu sich. Wie ein Dämon aus längst vergessener Zeit. Zurück bleibt nur ein Loch.

Der Himmel bebt unter den ersten Blitzen.

Meldungen über eine Fledermaus die schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesichtet wurde, machen die Runde. Schnittwunden. Quetschungen. Knochenbrüche. Die Stadt erinnert sich.

Ein Polizeiauto jagt durch die Nacht. Darin zwei Cops. Einer davon ein blutjunger Frischling. Vor ihnen ein Wesen in der Dunkelheit. Der ältere von beiden lächelt. Und bremst ab.

"Schau genau hin Junge. Und genieß die Show."


Der dunkle Ritter kehrt zurück.


Viel wurde über dieses Buch geschrieben. Wenig kann mit der Erfahrung mithalten es tatsächlich zu lesen. Die Atmosphäre steht so dicht dass man darin Batarangs durch die Luft schwirren hört. Und Frank Millars Worte klingen dazu so passend wie die Faust auf Supermans Auge.

Der dunkle Ritter gegen den Mann aus Stahl.

Nacht gegen Tag.

Ein Epos in Form eines Comics.


Doch in Wirklichkeit ist das kein Comic.


Es ist ein Op-Saal.

Und ich bin der Chirurg.


Etwas sagt mir nach dem Bein aufzuhören.


Ich höre nicht darauf.

Let’s Kick some Ass

Was würde geschehen wenn Superhelden von Papier und Leinwand in unsere Realität hüpfen würden? Wenn es Menschen gäbe wie du und ich, die in ihrer Freizeit mal eben ein Kostüm überziehen und statt zur nächsten Comic-Con auf die Straße gingen um für Recht und Ordnung zu sorgen?

Was wäre wenn Batman real wäre? Interessante Vorstellung, nicht?

Die brutal ehrliche Antwort ist; ihm würde ordentlich der Hintern vermöbelt werden, bevor er mit multiplen Brüchen und angeknackstem Schädel im nächstbesten Krankenhaus landet.

Doch wie das Leben so spielt, tritt unser Held im Neopren Outfit mit seiner ersten missglückten Mission als Verbrechensbekämpfer eine neue Bewegung los, und plötzlich wird aus der Anfangs albernen Idee, blutiger Ernst. Samt folternder Mafia und einem Big Daddy der mit seiner jungen Tochter namens Hit Girl Jagd auf die Mafia macht.

Ganz ehrlich; der Comic ist großteils roter Mist. Aber der Film der sich daraus ergeben hat, zählt mit zu dem Besten dass die Comic Verfilmungs Landschaft seit langem rausgebracht hat.

Und irgendwie ist das schade; denn die grundsätzliche Idee is grenzgenial. Und der Film zeigt welches Potential in dieser Idee steckt. Wenn ein kleines Mädchen es zu Hammer Musik mit nem dutzend Mafia Schlägern aufnimmt und dabei ne Spur der Verwüstung hinterlässt die jedem Tarantino Fan ein großes Lächeln aufs Gesicht zaubert, hüpfen die Fan Herzen nämlich Ramba Zamba durch die Gegend.

Warum trotzdem ne Review darüber schreiben?

Weil Ideen manchmal Grenzen und Medien überspringen, und meine Meinung nur eine unter vielen is.

Comics sind heutzutage mehr als bedruckte Blätter.

Sie überspringen Grenzen, nehmen Gestalt in unterschiedlichsten Formen an und bilden Gebilde aus Ideen die nicht nur die Seiten auf denen sie geschrieben wurden bewegen sondern auch die Welt um sie herum.

Und in diesem Sinne ist Kick-Ass ein Meisterwerk über dass ich verdammt froh bin, gestolpert zu sein.

Und als kleinen Bonus; diese Superhelden Bewegung ist tatsächlich in die reale Welt gesprungen.

Da draussen gibt’s tatsächlich ne gesamte Unterkultur die mit Capes bewaffnet die Straßen patrouillieren...

In diesem Sinn...

Selbst ein dunkler Ritter muss mal schlafen

Aber da heut Turtle Power ansteht, und mich die Jungs auf unserem Cover Foto animieren; schmeiß ma noch ne Runde.

Als Review geht das ganze zwar heut nicht durch, aber was soll's und Pizza drüber.

Kennt ihr das Gefühl wenn die Charaktere aus den Seiten plötzlich ein Eigenleben entwickeln zu scheinen und durch die Blätter die die Welt bedeuteten mit euch zu kommunizieren anfangen? Nein, ich mein jetzt weniger den berühmten Bruch der vierten Wand, sondern mehr sowas wie ein Gefühl der Verbundenheit zwischen euch und der imaginären Welt vor euch.

Wie ein Portal in eine andere Welt, bei der ihr nicht nur Zuschauer sondern Mitspieler in einem kosmischen Spiel das die Grenzen euerer Imagination sprengt zu werden scheint. Momente die euch in ihren Bann ziehen, und die Welt vor euch so magisch und lebendig machen als wärt ihr wieder der 7-jährige Junge mit großen strahlenden Augen der zum ersten Mal seine Lieblingsturtle Bande auf der Flimmerkiste bewundert.

Denn manchmal, da wo wir es am wenigsten erwarten, öffnen sich die Tore unserer Fantasie und helfen uns weiter wenn wir erschöpft sind, müde und verzweifelt. Dann helfen uns diese anderen Welten in die wir blicken, hier in unserer, fast so als gäbe es da draussen tatsächlich dutzende weitere Realitäten, manche ebenso real wie die unsere.

Portale in andere Welten. Wo Magie noch zelebriert wird, und ein paar tanzende Schildkröten dazu inspirieren können doch noch etwas aus den Tasten zu hauen.

Und manchmal sind Comics ja auch das. Bilder die die Seele berühren da wo Worte es nicht können.

Alte Freunde auf Papier und Tinte, die dich dann erinnern nicht aufzugeben. Dich ranzuhalten, dich kennen und zu dir halten.

Und dich motivieren ne weitere Nacht in den Straßen Gothams zu verbringen.

Who watches the Watchmen?

"Komm... trockne deine Tränen, denn du bist Leben, seltener als ein Quark und unberechenbarer, als Heisenberg sich zu erträumen wagte: der Lehm, in dem all die Mächte, die die Dinge formen, am deutlichsten ihre Fingerabdrücke hinterlassen.
Trockne deine Tränen.
...und lass und heimgehen."

Willkommen zu Watchmen.

Rorschach. Typ mit komischer Maske, Trenchcoat, sparsam mit Worten. Benannt nach psychologischem Test. Erzählt einen Witz.

"Mann kommt zum Doktor. Sagt er ist depressiv. Sagt das Leben ist hart, grausam. Sagt er fühlt sich allein in einer gefahrvollen Welt, w o die kommenden Dinge Vage und ungewiss sind. Doktor sagt "Einfach zu behandeln. Grosser Clown Pagliacci tritt heute auf. Sehen Sie sich an. Er wird sie aufmuntern. Mann bricht in Tränen aus. Sagt "Aber Doktor...
...ich bin Pagliacci."
Guter Witz. Jedermann lacht. Trommelwirbel. Vorhang."

Kennt ihr noch dieses alte Kinderspiel mit den Tintenklecksen, aus dem sich der berühmte Rorschach Test ableitet? Was man in diesen Bildern erblickt sagt recht wenig über die Tinte selbst aus, aber recht viel über den eigenen geistigen Zustand.

Es sind die Bilder der eigenen Seele, projiziert auf ein Blatt Papier. Und sie verändern sich im Einklang mit dem geistigen Zustand ihrer Betrachter. Und Schöpfer.

Im Grunde ist Watchmen nichts anderes als ein epischer Rorschach Test, entworfen vom Großmeister der schwarzen Künste himself; Alan Moore. Ein Blick in den Kopf eines Mannes der die Welt auf eine Art und Weise sieht, die die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn sprengt. Und macht euch keine Illusionen; der Mann kennt sein Fach, und nimmt euch in diesem Werk mit auf eine Reise die ihr vielleicht lieber nich antreten wollt.

Dieses Buch wird euch Dinge zeigen die ihr lieber verdrängt, euch mit einem Gefühl in der Magengrube hinterlassen dass ihr lieber nicht fühlen wollt und euch bis zur letzten Seite und darüber hinaus nicht loslassen.

Kann ich es empfehlen? Wird es seinem Ruf gerecht? Sollte man es lesen?

Auf jeden Fall.

Nach der Lektüre werdet ihr verstehen warum es als Meisterwerk gehandelt wird.

Ihr werdet Welten erblicken die fantastischer sind als die Verwandlung von Wasserstoff in Gold, die Ebenen von Mars zu Sonnenuntergang und das Wechselspiel der Quanten während des Liebesspiels.

Ihr werdet erfahren warum DC nach diesem Epos nie wieder derselbe Verlag war, sie bis heute am Verlust der Hoffnung die mit diesem Werk mitschwingt zu knabbern haben, und weshalb das größte Event seit Jahrzehnten darauf ausgerichtet ist genau diese Wirkung eines einzigen Comics wieder auszugleichen.

Ihr werdet begeistert sein, bis in die tiefsten eurer Seele erschüttert und über Witze lachen die eigentlich zu tränen rühren.

Ihr werdet ihr vieles sein, aber eins kann ich euch versprechen;
Nie mehr ganz diesselben.

Solltet ihr euch entscheiden diese Reise anzutreten, e uch mit der tickenden Doomsday Clock zu konfrontieren und selbst zu sehen was ihr in dieser Welt entdeckt, gebe ich euch einen letzten Tipp mit auf den Weg;

"Es ist ein Witz. Alles 'n Witz."

🙂

Der Duft der Bilder

Meine Review wird heute etwas kürzer ausfallen. Vielleicht wird sie euch trotzdem gefallen, und eigentlich wird es gar keine Review.

Kennt ihr diesen Geruch von Schnee in der Luft, kurz bevor er fällt? Er erinnert fast an Gedanken kurz vor dem Entstehen, Wörter bevor sie geschrieben werden, Fantasie bevor sie Gestalt annimmt. Gute Comics haben eine ähnliche Wirkung. Sie sind nicht nur Geschichten die gelesen werden wollen, sondern eine Erfahrung die sich im Lauf des erlebens vor und in uns entfaltet.

Comics sind mehr als kalte Zeichen auf einem Bildschirm. Sie sind das rascheln der Seiten zwischen deinen Fingern, und der Duft der Farbe in deiner Nase. Sie sind die Erfahrungen die wir machen während wir sie lesen, und die Erinnerungen die wir mit ihnen verbinden nachdem wir sie weglegen.

Sie lassen Welten in uns entstehen, und alte Gefühle hochkommen die wir schon fast vergessen hatten. Aber alles in allem sind sie eine zutiefst sinnliche Erfahrung. Mit allem was dazu gehört. Fast wie Schnee.

Also bevor ich euch hier noch weiter langweil; geht raus, und genießt den Duft von Schnee in der Luft. Und wenn ihr schon mal dabei seid; geht zum Comic Händler eures Vertrauens, genießt die Magie die bei so nem Besuch entsteht und schmökert was das Zeug hält.

Comics zu lesen is viel mehr als so ein doofer Bildschirm hergeben kann, es is ein fabelhaftes Abenteuer. Ein wunderbares Erlebnis. Und manchmal geht es um die Geschichten die außerhalb der Seiten entstehen. Um den Duft der Bilder.

A story about two lovebirds.. one a little crazier than the other...

Welcome to __Mad Love__

Wenn sich zwei treffen.. in diesem Fall unsere charmante Prinzessin der lächelnden Pointen mit dem Clownprinz der schlechten Scherze himself, bleiben weder Augen noch Einsatzgürtel trocken. Ein Klassiker der Comic-Literatur schlechthin der auch gern als Animated-Episode geguckt werden darf. Und soll. Tara Strong als Harley und Mark Hamill in der Rolle unseres Lieblingsclowns geben auf dem Bildschirm eine unvergessliche Performance zum besten. Und wer möchte nicht auch mal seine Harley aufdrehen um.. also... weiter im Text...

Joker und Harley, Herzblatt und Pupsie, charmanteste aller Fledermaus Widersacherinnen und ihr lächelnder Traumclown gegen unsere spitzohrige Spaßbremse. Und die Frage wie ihn endlich loswerden, um doch noch die ersehnten Knutscheinlagen als altes skurriles Pärchen im städtlichen Park zu genießen? Ja, die Beziehung zwischen den beiden mag in den letzten Jahren ihre geballte Ladung Dynamit abbekommen haben, doch bleiben sie doch und in erster Linie das Traumpaar schlechthin im DC-Universum. Denn da mögen feministische Brottanten noch so nörgeln; die beiden sind füreinander geschaffen wie Fisch und Monty Python, Dick und Doof, Batman für Robin. Sie sind und bleiben schlicht und ergreifend das romantischste aller Pärchen in einer der wildesten und verrücktesten aller Welten. Doch hat jede gute Beziehung auch ihre mehr oder weniger kleinen Knackse, oder in unserem Fall etwas gröbere, wobei wir auch schon am Anfang unserer charmant verrückten Turtel-Techtelmechtel-Geschichte wären.

Die Story beginnt, wie sollte es anders sein, mit einem Lächeln. Und griesgrämigen Piranhas. Aber greifen wir nicht zu weit vor. Im Grunde geht es um die uralte Frage aller Komiker; was machen wenn die alten Gags nicht mehr zünden? Die Lunte abgebrannt ist, und Pupsie wieder einmal in seine Sinnkrise stürzt? Richtig. Frau nimmt die Sache selbst in die Hand. Kann ja schließlich nicht sein dass unsere olle Fledermaus dem trauten Glück zu zweit noch länger als eh schon im Weg steht. Und Harley macht ihre Sache im Lauf unserer Geschichte so gut dass die Fische dabei Kopf hängen, und unsere Herzen währenddessen holter die Polter durch die Gegend hüpfen.

Denn wisst ihr was? Im Grunde ist diese (mit dem Eisner Award ausgezeichnete Geschichte) mehr als ein Comic. Sie ist die Erzählung zweier Menschen die sich zwar nichts schenken, dafür aber alles geben. Gemeinsam träumen als würden sie eine Seele teilen, und miteinander streiten als wären sie schon seit Ewigkeiten ein altes Ehepaar. Es ist die Geschichte einer verrückt- leidenschaftlichen Beziehung die den rationalen Verstand sprengt, und sich umso richtiger anfühlt umso genauer man hinspürt. Und um genau das geht es bei diesem Comic.

Denn im Gegensatz zu all diesem tiefgründigem Ramsch neuerer Zeiten bietet er etwas dass modernen Heften bis auf die Knochen abgeht; nämlich ganz viel Humor (und rosa Pupskissen). Zudem flattert eine unbeschwerte Leichtigkeit durch das gesamte Heft und nicht zuletzt ganz viel Gefühl. Es sind die Helden meiner Kindheit die hier durch die Seiten springen, und mich zum lachen bringen, während ich bei all den anderen Clowns da draussen nicht mal die Mundwinkel runzel.

Das Ganze ist eine Geschichte über Liebe, die mag sie auch noch so verrückt erscheinen, doch mehr Tiefe bietet als alles andere dass ich in Comic Format bisher lesen durfte. Die Geschichte zweier Seelen die sich trotz aller Widrigkeiten des Lebens finden, und zusammenraufen. Durch dick und dünn gehen, durch Pointen die zünden und Späße die weh tun, sich aber am Ende des Tages in einem ganz fest einig sind;

Love is Mad.